Mittwoch, 4. Mai 2016

"Das wird schon alles wieder..."

Den Satz höre ich seit Anfang April andauernd und das öfters als mir lieb ist. Wann wird alles schon wieder? Und was wird alles wieder? 
Seit dem April 2016 kommen immer mehr unschöne Dinge zum Vorschein und ich bin völlig überfordert. Mit meinem Leben, mit der gesamten Situation, mit Allem. Ich habe das Gefühl mir gleidet alles von den Fingern wie Sand: Uni, Familie, Freunde, meine Zukunft. 

Ich fühle mich nicht wie Ich. Ich funktioniere einfach nur noch. Ich jammere auf hohem Niveau. Ich habe zur Zeit keine Uni, ich bin praktisch fertig. Meine Bachelorarbeit wird von meinen Freunden und fremden Menschen gelesen und ich kann jetzt eine Woche warten, bevor ich mich selbst wieder dran setzen kann. Ich habe freie Zeit. Freizeit und ich weiß nicht, was ich mit meiner freien Zeit anfangen soll. Ich kann nicht mal sagen, was ich gestern den ganzen Tag gemacht habe. Warte, doch ich kann es sagen. Ich habe den ganzen Tag Youtube-Videos angeguckt. Erst im Bett, dann im Badezimmer, am Schreibtisch, auf der Couch und dann wieder im Bett. So vergingen zwölf Stunden meines Tages, wo ich mit meinen liebsten Vlogger ihren Alltag verbracht habe. Ihren "perfekten" Alltag. Mir ist klar, dass sie nicht alles zeigen. Verstehe ich ja auch, aber ich möchte auch so einen tollen Alltag, wo alles perfekt scheint.

Es ist nervig. Ich kann mich selbst nicht leiden und fühle mich nicht wohl in meiner Haut.  Abends nehme ich mir unzufrieden vor, den nächsten Tag anders zu verbringen und BÄÄM ist der nächste Tag wie der vorherige. Nutzlos verbracht. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn M. dann davon redet, wie es auf der Arbeit war. Ich suche Ausreden für meinen Tag. Ich weiche seinen Fragen aus. Es ist nicht fair ihm gegenüber und es tut mir immer leid. Ich möchte auch einen geregeltes Leben. Aufstehen, arbeiten gehen, den Feierabend verbringen. Ich habe das Gefühl, irgendwo habe ich in meinem Leben die falsche Abbiegung gemacht. Irgendwo habe ich mich falsch entschieden, aber wenn ich etwas anders gemacht hätte, wäre ich zufrieden gewesen? Ich weiß es nicht.

Ich bin keine 18 mehr. Ich bin 24 Jahre alt, seit mehr oder weniger zwei Wochen. Als ich zehn war, wollte ich mit 24 Jahren schon längst zu Hause ausgezogen sein, einen gut bezahlten Job haben und schon verlobt sein. Ein Jahr später das erste Kind in meinem Arm halten und vorher natürlich in Weiß heiraten. Ja, die Pläne eines zehnjährigen Mädchens mit langen Haaren, Zahnspange und den ersten Pickeln. Alles über Bord geschmissen als ich mich anders entschieden habe oder eher das Schicksal. Ich mache noch eine Ausbildung. Ja, neben meinem Bachelor mache ich noch einen Ausbilldung. Könnte ich die Zeit rumdrehen, würde ich es anders herum machen. Jedoch habe ich keinen Zeitumdreher. Ich wollte immer studieren. Das Studium war immer mein Traum gewesen und mein Plan. Mit 19 dachte ich, wenn ich schon die anderen Pläne nicht erreiche, erreiche wenigstens das! Falsch gedacht, falsche Entscheidung getroffen. Genau bei diesem Punkt!
 
Meine Familie unterstützt mich, M. steht voll ganz hinter mir und der größte Teil meiner Freunde weiß noch gar nichts davon. Warum? Ich schäme mich aus irgendeinem Grund. Ich schäme mich so ein Loser zu sein. Mit 24 Jahren noch eine Ausbildung und erst mit Anfang 27 fertig sein? Wie konnte mir das passieren? Falsche Entscheidung getroffen, viel zu spät gemerkt, dass ich nicht glücklich bin mit meinem Bachelor. Studium ist nicht mehr alles im Leben und im Berufsalltag. Entweder man hat sofort Glück oder man muss ein Master ranhängen und kann dann hoffen. Ich habe kein Glück. Mein Traumjob bekomme ich nicht, dafür der Plan B: Die Ausbildung.

Wahrscheinlich bin ich zur Zeit so, weil alles über mir zusammenbricht. Es läuft nicht rosig und ich fühle mich in vielen Situationen schwach und klein. Ich lebe mein Leben nicht richtig, wie andere Menschen in meinem Leben und ich finde, dass sollte ich ändern. Mehr "JA" sagen, statt zu überlegen, wie ich am Besten aus der Lage rauskomme. Mein Leben ist zur Zeit kompliziert und läuft nicht gerade, wie ich es gerne haben möchte. So ist mein Leben halt. Ich muss endlich anfangen, damit klar zu kommen und Dinge machen, die ich gerne machen will und möchte. Keine Angst mehr haben und mehr auf die Personen hören, die mich kennen und lieben. "... Du bist die Starke". Und mehr auf mich selbst hören und das sagen, was ich auch über mich denke: "Ja, ich bin schon groß, weißt du." 


 Eure Katha

Bild über Tumblr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen